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1. Revision und Korrektur der gesamten Edition

Verzeichnung neu entdeckter Papyri

Zum ersten Mal werden in dieser Ausgabe die neu entdeckten Papyri 117 - 127 verzeichnet. Sie eröffnen interessante Perspektiven besonders hinsichtlich der Apostelgeschichte.

Verzicht auf die Unterscheidung zwischen ständigen Zeugen erster und zweiter Ordnung

Die Unterscheidung von ständigen Zeugen erster und zweiter Ordnung hat immer wieder zu Unsicherheiten und Komplikationen geführt. So war es z. B. schwierig herauszufinden, ob ein ständiger Zeuge zweiter Ordnung wegen Übereinstimmung mit der Mehrheitslesart oder wegen einer Lücke nicht explizit genannt wurde. Daher haben wir die Unterscheidung aufgegeben. Von nun an werden an Stellen mit positivem Apparat alle Handschriften zitiert, die für die entsprechende Schrift als ständige Zeugen geführt werden.

Der Verzicht auf die Unterscheidung zwischen ständigen Zeugen erster und zweiter Ordnung vermehrt die Zahl der Notierungen. Andererseits jedoch haben wir den Apparat durch einige Eingriffe straffer und klarer gestaltet. Zeugen, die nicht zu den ständig zitierten gehören, werden nur dann im Apparat zitiert, wenn sie textgeschichtlich von Interesse sind. Wenn nicht besondere Gründe dagegensprechen, werden die Varianten ständiger Zeugen vollständig zitiert, auch wenn sie nur in Details von anderen ständigen Zeugen abweichen. Es gibt zwar noch einen Appendix mit Variae Lectiones Minores, aber er beschränkt sich auf Lesarten, bei denen die Notierung im Hauptapparat zulasten der Übersichtlichkeit gegangen wäre.

Systematische Überprüfung des Apparates

Im Rahmen des Projekts NTTranscripts und bei der Transkription der Handschriften für die Editio Critica Maior wurden die Notierungen im Nestle-Apparat systematisch überprüft. Dies brachte eine weitere Präzisierung in der Notierung griechischer Handschriften.

Verzicht auf unpräzise Angaben

Verzichtet wurde außerdem auf Hinweise, dass außer den zitierten noch weitere, mit pauci (pc) oder alii (al) bezeichnete Zeugen eine Variante belegen. Denn diese legten den Fehlschluss nahe, dass bei Notierungen ohne pc oder al ausschließlich die zitierten Zeugen eine Variante lesen. Selbst wo der vollständig erschlossene Bereich der Überlieferung so groß ist wie dort, wo die Editio Critica Major vorliegt, könnten pc und al nicht präzise verwendet werden, denn bei Vollkollation sämtlicher Handschriften würden auch weitere Zeugen für bereits belegte Varianten gefunden werden.

Auflösung der Verknüpfung von Apparatnotierungen

Die Verknüpfung von Apparatnotierungen mit et oder sed ist vielfach kritisiert worden, weil häufig die Notierung der Textbezeugung fälschlicherweise auf die Kombination der Varianten bezogen wurde. Jetzt werden die bisher verknüpften Bezeugungen getrennt notiert, wobei mit cf auf mögliche Zusammenhänge zwischen Varianten hingewiesen wird, wenn der Bezug nicht eindeutig ist.

Reduktion und Übersetzung lateinischer Ausgaben

Lateinische Abkürzungen und Zwischentexte werden so einfach wie möglich gehalten und im allgemeinen Abkürzungsverzeichnis übersetzt. 

Durchsicht der Verweisstellen

Der Verweisstellenapparat am äußeren Rand wurde gründlich durchgesehen. Es wurden dabei insbesondere Verweise frühjüdischer Schriften ergänzt.