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2. Text und Apparat der Katholischen Briefe

Die Editio Critica Maior (ECM) des Neuen Testaments setzt neue Standards in der Erschließung der textgeschichtlichen Quellen und ihrer methodischen Durchdringung. Daher folgen die Textkonstitution und die Verzeichnung der Versionen und Kirchenväterzitate in den Katholischen Briefen der 2. Auflage dieser Ausgabe. Die Auswahl der im Apparat zitierten griechischen Handschriften umfasst die für die Textkonstitution wichtigsten Zeugen.

Der Text

Der Text ändert sich gegenüber der 27. Auflage an insgesamt 34 Stellen, darunter z.B.:

ECM/NA28 NA27
Jak 2,3 ἢ κάθου ἐκεῖ ἐκεῖ ἢ κάθου
1 Pt 4,16 μέρει ὀνόματι
2 Pt 2,11 παρὰ κυρίῳ παρὰ κυρίου
2 Pt 2,18 ὄντως ὀλίγως
Jd 5 ἅπαξ πάντα ὅτι Ἰησοῦς πάντα ὅτι [ὁ] κύριος ἅπαξ

 

Der konstituierte Text der Katholischen Briefe folgt auch insofern der 2. Auflage in der ECM, als die variierten Stellen markiert werden, an denen die Herausgeber die Entscheidung offen lassen mussten, welche Variante Ausgangstext ist. An diesen Stellen hat die ECM in der 2. Auflage zwei Lesarten in der Leitzeile. Im neuen Nestle-Aland bleibt der Lesetext hier unverändert. Vor das entsprechende Referenzzeichen und die der Textlesart gleichwertige Variante im Apparat wird jeweils das Zeichen ♦ gesetzt. Die eckigen Klammern, die im Übrigen nur bei möglichen Zusätzen verwendet werden können, sind damit im Bereich der Katholischen Briefe überflüssig geworden.

Bestimmung der ständigen Zeugen für die Katholischen Briefe

Die Textkonstitution der Katholischen Briefe in der ECM erfolgte mithilfe der Kohärenzbasierten Genealogischen Methode. Ein zentraler Begriff dieser Methode ist „potenzieller Vorfahr“. 2 Von zwei Textzeugen gilt der als potenzieller Vorfahr, der häufiger eine Variante bezeugt, aus der die Variante des anderen abgeleitet werden kann. Manche Zeugen haben viele, andere haben wenige oder nur einen einzigen potenziellen Vorfahren. Mithilfe der Übereinstimmungswerte zwischen den verglichenen Textzeugen können die jeweiligen potenziellen Vorfahren in eine Rangfolge entsprechend ihrem Verwandtschaftsgrad gebracht werden. Die Methode erlaubt es, auch den rekonstruierten Ausgangstext A wie einen Handschriftentext in entsprechende Vergleiche einzubeziehen, sodass wir angeben können, bei welchen Handschriften der Text den Ausgangstext A als höchstrangigen potenziellen Vorfahren hat. Dies trifft, abgesehen von einer Reihe stärker fragmentierter Papyri und Majuskeln, auf insgesamt 18 Majuskeln und Minuskeln zu, deren Text mit A näher verwandt ist als mit irgendeiner anderen Handschrift. Zusätzlich gibt es noch wenige weitere ständige Zeugen, teilweise auch nur für einzelne Schriften. Außerdem wurden alle Papyri mit Text aus den Katholischen Briefen einbezogen.